Die letzten Tage des Januars von 1863 haben die Bevölkerung des Ungarischen Königreiches unerwartet betroffen. Keine Nachrichten und Ereignisse haben im Voraus gezeigt, was in der Tiefe des polnischen sozialen Gefüges abspielt. Die ungarische Gesellschaft, miteinbegriffen die politische Elite, war mit den eigenen, nicht weniger belastenden Problemen beschäftigt. Nach der niedergeschlagenen 1848er Revolution durch die russische Armee hat die Habsburgische Macht Gewaltherrschaft eingeführt. Nach 1859, der vernichtenden Niederschlagung Österreichs bei Solferino musste der Absolutismus von einem beschränkten Parlamentarismus abgewechselt werden. Die parlamentarischen Reformen sind von der Wiener Regierung mit der Hilfe der Konservativen, unter anderen mit den ungarischen Konservativen vorbereitet worden, was zur Erlassung des Oktoberdiploms und ein paar Monate später des Februarpatentes führte. Die neue legislative Struktur und das Verwaltungssystem ernteten aber nur einen zweifelhaften Erfolg. Der neue Reichsrat in Wien ist nämlich ein Rumpfparlament geworden, und es war aus dem Grunde so, da das niedergeschlagene Ungarn einen passiven Widerstand leistete, das heißt: die ungarische politische Elite verriet keine Geneigtheit dazu, dass sie den Wiener Reichsrat auf Grund des so genannten Februarpatentes mit Abgeordneten beschickt. Berufen auf die völkerrechtliche Evidenz, indem das Ungarische Königreich seit dem Mittelalter über einen eigenen Reichstag verfügte, zu jener Zeit mit einem Tagungsstandort in Pozsony. Die ungarischen Konservativen verlieren mit diesem Fiasko ihre Vertraulichkeit und Kompetenz, sich an die weiteren politischen Planungsarbeiten anzuschließen. Die Initiative glitt in die Hände der liberal-konservativen Kräfte mit bürgerlichem Programm hinüber. Daraus wuchs die berühmte passive Resistance heraus.
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